Die Wurzeln: Gründergeist in der Nachkriegszeit
Die Ursprünge unserer unternehmerischen Tradition gehen zurück in eine Zeit des absoluten Neubeginns. Anfang der 1950er Jahre legte Johan Caspers in der Wasserstraße in Weeze am Niederrhein den Grundstein für unsere heutige Firmengeschichte. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bewies er enormen Mut und eröffnete zunächst einen Fahrradladen. Mobilität war in diesen Jahren der Schlüssel zum Wiederaufbau und zur Sicherung des Lebensunterhalts. Mit seinem Geschäftssinn hielt Johan Caspers die Menschen der Region sprichwörtlich in Bewegung.

Expansion und Pioniergeist: Vom Haushaltswarengeschäft zur VW-Werkstatt
Doch Johans unternehmerischer Antrieb ging weit über Fahrräder hinaus. Er erkannte die Zeichen der Zeit und den aufkommenden Wohlstand des Wirtschaftswunders. Aus dem kleinen Fahrradladen entwickelte sich bald ein florierender Einzel- und Großhandel für Haushaltswaren und Elektroartikel.In den 1970er Jahren bewies er abermals sein Gespür für den Markt und erweiterte das Familienunternehmen um ein völlig neues Standbein: Er gründete eine Volkswagen-Werkstatt in Weeze. Das Auto war nun endgültig zum Fortbewegungsmittel der breiten Masse geworden, und die Familie Caspers lieferte den passenden Service dazu




Die Wege trennen sich: Die Ära Böckenhoff und ein Schicksalsschlag
Mit dem stetigen Wachstum der verschiedenen Geschäftsbereiche strukturierte sich das Unternehmen neu. Der florierende elektrische Zweig wurde abgespalten und von Johan Caspers' Schwiegersohn, Hermann Böckenhoff, übernommen. Unter der Führung von Böckenhoff wuchs dieser Bereich zu einem namhaften und großen Elektroinstallationsbetrieb heran, der in den 1980er und 1990er Jahren seine absoluten Glanzjahre am Niederrhein erlebte. Etwa um das Jahr 2010 musste dieser einst so stolze Betrieb jedoch infolge von unternehmerischen Fehlentscheidungen Insolvenz anmelden und seine Pforten schließen.
Für die VW-Werkstatt war ursprünglich ein ganz anderer Weg vorgesehen. Mein Vater hatte den Beruf des KFZ-Meisters erlernt und stand bereit, dieses Herzstück der Caspers-Unternehmen in die nächste Generation zu führen. Doch das Schicksal durchkreuzte diese Pläne: Mein Vater litt an schwerem Asthma. Die gesundheitliche Belastung zwang unsere Familie schweren Herzens dazu, die Werkstatt aufzugeben, die Heimat am Niederrhein zu verlassen und an die niederländische Nordseeküste zu ziehen, wo ich schließlich aufwuchs.
Das vorläufige Ende einer Ära
Durch den Umzug in die Niederlande (Oostkapelle an der Nordseeküste) existierte die ursprüngliche Firma Caspers in dieser Form nicht mehr. Im Jahr 1984 verstarb mein Großvater Johan im Alter von 72 Jahren. Als im Jahr 2025 auch mein Vater im Alter von 80 Jahren von uns ging, schien das unternehmerische Kapitel der Familie Caspers endgültig in den Geschichtsbüchern der Gemeinde Weeze geschlossen zu sein.

Wiedergeburt einer Vision:
Caspers Elektrotechnik heute
Doch die Unternehmerseele meines Großvaters schlummerte weiter – in mir. Mit dem tiefen Respekt vor unserer Familiengeschichte und dem Drang, eigene Wege zu gehen, habe ich das alte Erbe neu belebt. Mit der Gründung von Caspers Elektrotechnik führe ich heute das originale Logo meines Großvaters Johan voller Stolz weiter.
Der Kreis hat sich geschlossen, doch der Blick ist fest in die Zukunft gerichtet. Statt klassischer Hausgeräte oder Fahrräder liegt unser Schwerpunkt heute auf dem, was die moderne Welt antreibt: komplexe, intelligente Energiesysteme.Wir planen, installieren und konfigurieren hochmoderne Photovoltaik-Hardware, Batteriespeicher und netzunabhängige Off-Grid-Lösungen. Wo mein Großvater die Menschen damals mechanisch in Bewegung hielt, sorgen wir heute für die sichere und zukunftsfähige Energieinfrastruktur. Aus dem Erbe eines Nachkriegs-Fahrradladens und dem Geist eines Pioniers ist ein modernes Unternehmen entstanden, das die Werte von damals mit der Technik von morgen verbindet.



